Stadtwappen Hamburg: Geschichte und Bedeutung entdecken

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Stadtwappen Hamburg: Geschichte und Bedeutung entdecken

Rot und Weiß, eine silberne Burg, drei Türme und ein Kreuz: Das Hamburger Wappen kennt jeder, der die Stadt besucht. Doch was steckt dahinter? Welche Geschichte trägt dieses Bild, das seit dem Mittelalter unverändert erkennbar geblieben ist? Ein genauer Blick auf Ursprung, Symbolik und Entwicklung des Hamburger Landeswappens.

Wie das Hamburger Wappen entstand

Die Wurzeln des Wappens reichen ins 12. und 13. Jahrhundert zurück. Hamburg entstand aus der Zusammenlegung zweier Siedlungen: der alten Hammaburg, dem Bischofssitz, und der Neustadt, die 1188 von den Schauenburger Grafen gegründet wurde. Die älteste erhaltene Urkunde mit einem Abdruck des Hamburger Stadtsiegels stammt vom Weihnachtstag 1304. Auf diesem Siegel ist bereits die für Hamburg typische Burg zu sehen.

In den folgenden Jahrhunderten blieb das Grundmotiv, die Burg mit Türmen, konstant. Was sich änderte, war die Detailgestaltung der Türme und des Tores. Mal waren mehr, mal weniger Zinnen dargestellt. 1834 und 1835 vereinheitlichte der Hamburger Senat die Darstellung für Stadtsiegel und Wappen nach dem Vorbild der mittelalterlichen Siegel, um einen verbindlichen Standard zu schaffen. Die Farbgebung aus rotem Grund und silberner Burg wurde 1751 erstmals in einem Senatsbeschluss für die Hamburger Flagge festgelegt.

Was das Wappen zeigt: Die Elemente im Detail

Das offizielle Hamburger Landeswappen zeigt auf rotem Schild eine hervorkommende silberne Burg. Der Beschreibung der Heraldiker zufolge sieht das Wappen so aus:

  • Rundbogentor: Das Tor in der Mitte der Burg ist geschlossen. Es steht für den kontrollierten Zugang zur Stadt und verweist auf den Handelsgeist Hamburgs, das seine Tore der Welt öffnet, aber die eigene Sicherheit stets gewahrt hat.
  • Zinnenkranz mit sieben Zinnen: Über dem Tor erhebt sich ein Zinnenkranz. Die Zinnen stehen für Stärke und Wehrhaftigkeit.
  • Drei Türme: Über dem Zinnenkranz ragen drei Türme auf. Die beiden äußeren Türme sind vierfach gezinnt und von je einem sechszackigen silbernen Stern überhöht. Der mittlere Turm ist größer, trägt eine Kuppel mit Knauf und Kreuz.

Zur Deutung der Elemente: Der mittlere, höhere Turm mit dem Kreuz wird in der Heraldik als Darstellung des mittelalterlichen Hamburger Doms gedeutet, der der Schutzpatronin der Stadt, der Heiligen Maria, gewidmet war. Die beiden Sterne über den Seitentürmen gelten als sogenannte Mariensterne und bestärken diese Deutung. Sie sind ein Symbol für das Licht, das vom Dom auf die Stadt ausgestrahlt haben soll.

Großes und kleines Staatswappen

Hamburg unterscheidet offiziell zwischen dem kleinen und dem großen Staatswappen. Das kleine Wappen ist der rote Schild mit der silbernen Burg, wie er auf Briefköpfen, Fahrzeugen der Behörden und dem Siegel des Senats verwendet wird. Das große Staatswappen zeigt denselben Schild, ergänzt um einen Helmaufsatz und Schildhalter. Es kommt auf besonders repräsentativen Dokumenten zum Einsatz, etwa auf Ernennungsurkunden oder beim Landessiegel.

Das Wappen in der Hamburger Geschichte

Das Wappenmotiv begleitet Hamburg seit seiner Zeit als freie Reichsstadt. Als Hamburg 1510 von Kaiser Maximilian I. zur Freien Reichsstadt erklärt wurde, gewann das Wappen als Symbol der Unabhängigkeit an Bedeutung. Die Stadt war keinem Landesfürsten unterstellt und stolz darauf. Das Wappen war in dieser Zeit ein sichtbares Zeichen, das diese Freiheit nach außen kommunizierte.

Während der Franzosenzeit (1806 bis 1814), als Hamburg ins Kaiserreich Napoleon eingegliedert wurde, durfte das Wappen offiziell nicht geführt werden. Nach der Befreiung 1814 wurde es sofort wieder eingesetzt. Dieser Moment zeigt, welchen Stellenwert das Wappen für das Selbstverständnis der Hamburger hatte.

Wo du das Wappen in Hamburg heute siehst

Das Wappen ist im Hamburger Stadtbild allgegenwärtig:

  1. Rathaus: Die Fassade des Hamburger Rathauses am Rathausmarkt trägt das Wappen in mehreren Varianten. Der Haupteingang und der Kaisersaal sind damit ausgeschmückt.
  2. Behördenfahrzeuge und Amtsdokumente: Pässe, Ausweise und Dokumente des Hamburger Senats tragen das kleine Staatswappen.
  3. Hafengebäude und Brücken: An alten Speichergebäuden und manchen Brückenpfeilern im Hafenbereich findet sich das Motiv als Relief oder Inschrift.
  4. Souvenirs und Alltagskultur: Auf Tassen, Taschen, T-Shirts und Hafenmerchandise ist die Hamburger Burg eines der meistverkauften Symbole der Stadt.

Wer mehr über die maritime Geschichte Hamburgs erfahren möchte, findet spannende Einblicke bei der Stiftung Hamburg Maritim. Für einen Blick auf die industrielle Vergangenheit lohnt sich ein Besuch der Werft Hamburg.

Das Wappen und die Hamburger Fahne

Die Hamburger Landesfarben Rot-Weiß leiten sich direkt aus dem Wappen ab: Der rote Schild und die silberne (weiße) Burg. Die Hamburger Flagge ist schlicht gehalten, zwei horizontale Streifen in Rot über Weiß, ohne das Wappenmotiv. Das Wappen selbst erscheint auf Dienstsiegeln und in offiziellen Kontexten, nicht auf der Fahne. Beides gemeinsam ergibt das visuelle Erkennungssystem des Stadtstaates Hamburg.

Häufige Fragen

Was genau zeigt das Hamburger Wappen?

Auf rotem Schild eine silberne Burg mit geschlossenem Rundbogentor, einem Zinnenkranz mit sieben Zinnen und drei Türmen. Der mittlere Turm trägt eine Kuppel mit Kreuz. Die beiden äußeren Türme werden von je einem sechszackigen silbernen Stern überragt.

Seit wann existiert das Hamburger Wappen?

Die älteste erhaltene Urkunde mit dem Hamburger Stadtsiegel, dem Vorläufer des Wappens, stammt vom 25. Dezember 1304. Das Grundmotiv der Burg ist also seit mehr als 700 Jahren kontinuierlich im Einsatz. Die endgültige Vereinheitlichung der Darstellung erfolgte 1834 und 1835.

Was bedeuten die Sterne auf dem Wappen?

Die beiden sechszackigen Sterne über den äußeren Türmen werden als Mariensterne gedeutet. Sie beziehen sich auf die Schutzpatronin der Stadt, die Heilige Maria, der der mittelalterliche Hamburger Dom geweiht war.

Was ist der Unterschied zwischen dem kleinen und dem großen Staatswappen?

Das kleine Wappen zeigt nur den Schild mit der silbernen Burg auf rotem Grund. Das große Staatswappen ergänzt diesen Schild um heraldischen Helmschmuck und Schildhalter. Das kleine Wappen ist das gebräuchlichere und erscheint auf Alltagsdokumenten der Behörden.

Warum hat Hamburg eine Burg als Wappenmotiv?

Burgen und Stadtmauern waren in der mittelalterlichen Heraldik häufige Symbole für befestigte, freie Städte. Sie standen für Schutz, Wehrhaftigkeit und städtische Eigenständigkeit. Hamburg nutzte dieses Motiv, um seine Stellung als freie Handelsstadt nach außen zu signalisieren.

Darf das Wappen frei verwendet werden?

Das Hamburger Staatswappen ist gesetzlich geschützt. Eine kommerzielle Nutzung ohne Genehmigung der zuständigen Behörde ist nicht erlaubt. Für private, nicht kommerzielle Zwecke, etwa in einem Schulprojekt, ist die Verwendung in der Regel unkritisch. Wer das Wappen gewerblich einsetzen möchte, sollte vorab bei der Senatskanzlei Hamburg anfragen.